17.02.2021

Der Kiebitz - Vogel des Jahres 2021?!

Kiebitz_ Mario Trampnau

"Mehr Wiesen, weniger Äcker" mit diesem Wahlkampfspruch bewirbt sich der Kiebitz zum "Vogel des Jahres 2021".

Lassen Sie sich von diesem Schutzruf überzeugen und stimmen Sie noch bis zum 19.03.2021 auf www.vogeldesjahres.de für ihn ab!

Der Kiebitz hat es in der Vorrunde der Wahl zum Vogel des Jahres unter die Top 10 geschafft. Der taubengroße Vogel verdient Ihre Aufmerksamkeit, nicht nur, weil er ein typischer Frühlingsbote und spektakulärer Luftakrobat während der Balzzeit ist, sondern weil er vor allem zu den europaweit besonders gefährdeten Vogelarten zählt.

Feuchte, offene und flache Wiesen, Weiden, Ackerland sowie Überschwemmungsflächen mit kleinen Wasserstellen, schütterer Vegetation und vielen Insekten und Würmern: das ist, was der Kiebitz zum Leben und Brüten braucht. Das ist aber auch, was in Zeiten von Intensivlandwirtschaft kaum noch vorhanden ist. Deshalb unterliegt der Kiebitz fast in allen Regionen Deutschlands einem starken Rückgang. Zwischen 1990 und 2010 sank sein Bestand auf ein Drittel. Für Sachsen wird von 1980 bis 2005 sogar ein Rückgang von 80 % konstatiert. Denn durch starke und häufige Bearbeitung der Flächen können die Kiebitze nicht mehr in Ruhe und Sicherheit brüten und Gelege gehen verloren. Dieser extrem starke Rückgang der Bestände führt dazu, dass es in Sachsen nur noch 100 Brutpaare gibt. Davon kommen aktuell im Biosphärenreservat 30 bis 40 Paare vor, was ca. 30 % des sächsischen Kiebitzbestandes entspricht. Das Biosphärenreservat hat somit eine überregionale Bedeutung für den Kiebitzschutz. 

Kiebitzbrutplatz_Förstgen_ Mario Trampenau

Gekennzeichnete Brutplatzstelle auf einem Acker (Foto: Mario Trampenau, Biosphärenreservatsverwaltung) 

Im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft wird deshalb für den Schutz der Kiebitze mit Landwirtschaftsbetrieben zusammengearbeitet, um auf die Bewirtschaftung Einfluss zu nehmen und die Landwirte zu sensibilisieren. Durch die Naturwacht und weitere Ornithologen wird auf den Feldern und Äckern nach Gelegen gesucht. Wenn die Gelege einzeln oder weit auseinanderliegen, werden diese Bereiche als sogenannte Kiebitzinseln mit Markierungspfählen für die gesamte Brutzeit gekennzeichnet. Die Kiebitzinseln bleiben unbewirtschaftet, sodass die Vögel Raum zum Fressen und Brüten finden. Natürlich gibt es im späteren Verlauf auch Erfolgskontrollen, d.h. ob die Maßnahmen eingehalten werden, ob sich Bruterfolg einstellt und wie viele Jungen das Licht der Welt erblicken. In einigen Fällen, beispielsweise wenn mehrere Gelege dicht beieinanderliegen, wird diese Fläche zu Beginn der Brutzeit eingezäunt. Der temporäre Elektro-Zaun dient als Prädatorenschutz, d.h. er schützt vor natürlichen Feinden wie Fuchs, Waschbär oder Wildschwein, solange bis die Kiebitzjungen mobil werden.

Aufstellen eines Kiebitz-Schutzzaunes auf einer Weide durch Mitarbeiter der Naturwacht

Aufstellen eines Kiebitz-Schutzzaunes auf einer Weide durch Mitarbeiter der Naturwacht (Foto: Karl Lorenz Richter, Biosphärenreservatsverwaltung)

Damit sich der "gut Frisierte" bald nicht ganz vom Acker macht, unterstützen Sie den Kiebitz bei der Wahl zum Vogel des Jahres 2021 und setzten sie damit auch ein Zeichen für eine vogelfreundliche Agrarpolitik. Dafür können Sie hier noch bis zum 19.03.2021 für ihn abstimmen.

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